Helfer für Erstklässler gesucht

Hausaufgabenbetreuung. Foto: schemmi_pixelio.de

Der Freundeskreis Asyl Schwieberdingen sucht eine Person, die Lust und Zeit hat, zwei Grundschüler ein- bis zweimal in der Woche bei den Hausaufgaben zu betreuen und mit ihnen Deutsch zu sprechen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – es braucht lediglich Geduld sowie Spaß am Umgang mit Kindern. Mit der Aufgabe wird niemand allein gelassen. Wir stellen den Kontakt her und helfen jederzeit gerne weiter.

Wer Interesse oder Fragen hat, meldet sich unter Telefon 0159/06043876 (bitte Mailbox nutzen) oder per E-Mail an fk-asyl[at]gmx.de. Wir freuen uns auf Sie.

(Foto: schemmi / pixelio.de)

Falafel und irakische Milchsuppe

Natalja Kusmin, Sozialarbeiterin beim Landratsamt Ludwigsburg, die mehrfach in der Woche in ihrem Büro im Schwieberdinger Scheerwiesenweg den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite stand, wird zukünftig für eine andere Kommune im Landkreis Ludwigsburg tätig sein. Bevor sie von diesem Wechsel wusste, hatte sie zusammen mit den Geflüchteten für Ende Januar zu einer Neujahrsfeier in die Unterkunft im Scheerwiesenweg eingeladen. Aus der Neujahrsfeier wurde so auch das Abschiedsfest von Natalja Kusmin, deren erfolgreiche Arbeit von Annette Olbricht, der Leiterin des Freundeskreises Asyl Schwieberdingen (FKA), in einer kurzen Ansprache gewürdigt wurde. „Natalja Kusmin hatte einen sehr guten Kontakt zu den Geflüchteten und zu den Helfern vom Freundeskreis. Wir bedauern sehr, dass diese gute Zusammenarbeit nun beendet werden muss“, sagte die Leiterin des FKA.

Unterdessen wurden viele internationale Speisen aufgetragen. So wurde unter anderem eine irakische Milchsuppe aufgetischt, eine kurdische Reisplatte mit gezuckerten Mandeln, Rosinen, Kichererbsen und Hähnchenkeulen sowie viele weitere Leckereien gereicht, darunter palästinensische Falafel, russische Blinis, russischer Kuchen Murawejnik („Ameisenhaufen“), nigerianischer (grüner) Baid-Reis, Hachapuri, eine georgische Spezialität aus Hefeteig, gefüllt mit Weichkäse, gefüllte Auberginen und Krautsalat nach georgischer Art, Nachspeise aus Traubensaft und Walnüssen – ebenfalls nach georgischer Art – sowie Kekse aus der afghanischen Küche.

Ein unvergesslicher Nachmittag für alle Beteiligten

Die Mitarbeitenden des Freundeskreises saßen mit den Flüchtlingen in bunter Reihenfolge zusammen und verständigten sich lebhaft miteinander. Die Stimmung war hervorragend. Als dann noch einer der Flüchtlinge seine Musikanlage brachte und die Musik von seinem Handy laut ertönte, wurden alle aufgefordert zu tanzen. Und die Feiernden kamen der Aufforderung nach. Es war ein unvergesslicher Nachmittag für alle Beteiligten.

Es wurde wieder einmal bestätigt, dass sich die Arbeit des Freundeskreises Asyl mit den Flüchtlingen lohnt. Man bekommt viel zurück – nicht nur die tollen Speisen. (pes)

Zu Besuch im Deutschunterricht

Sprache ist und bleibt der Schlüssel zu Integration: Der Freundeskreis Asyl Schwieberdingen (FKA) lädt deshalb mehrmals wöchentlich zu Sprachkursen ins evangelische Gemeindehaus ein. Hier lernen Geflohene, sich auf Deutsch zu verständigen und ihr Gegenüber zu verstehen.

Zu Besuch in einer Unterrichtsstunde:

„Welcher Tag ist heute?“ Annette Olbricht, Leiterin des FKA und Lehrerin im Ruhestand, spricht auffallend deutlich und langsam, als sie ihre Frage formuliert. Vor ihr sitzen zehn Frauen und blicken sie an. „Dienstag“, murmelt schließlich eine der Sprachschülerinnen. Annette Olbricht nickt und animiert die Lernenden, laut und deutlich in ganzen Sätzen zu sprechen: „Heute ist Dienstag“, sagt sie und die Frauen stimmen mit ein. Klatschend sprechen sie Silbe für Silbe. „Heu-te ist Diens-tag“, schallt es durch den Raum.

Dreimal pro Woche laden die Mitstreiter des Freundeskreises zum Sprachtraining. An zwei Vormittagen wird die deutsche Sprache erlernt, an einem Nachmittag wird Sprechen geübt. Die Vormittagskurse richten sich an Erwachsene, die keinen Integrationskurs besuchen dürfen oder können. Schließlich haben nicht alle Geflüchteten einen Anspruch auf einen vom Bundesamt für Migration finanzierten Kurs. Beim Nachmittagsunterricht treffen sich Geflohene, die einen regulären Integrationskurs besuchen. Gemeinsam üben sie das Gelernte. Oft sind auch Männer dabei – an diesem Vormittag sind es aber ausschließlich Frauen.

„Es gibt Analphabeten, die noch nie eine Schule besucht haben und es gibt die sogenannten Zweitschriftlerner“

Das Lernniveau der Kursbesucher ist sehr verschieden; differenziert wird innerhalb der Gruppe, da mehrere Betreuer anwesend sind. „Es gibt Analphabeten, die noch nie eine Schule besucht haben und es gibt die sogenannten Zweitschriftlerner, die Grundlagen des Schriftspracherwerbs in ihrer Muttersprache gelernt haben, nun aber neben den neuen Lauten und Buchstaben auch grundlegend die Links-Rechts-Richtung beim Lesen und Schreiben erlernen müssen“, berichtet Annette Olbricht. Hinzu kommen Frauen, die als Migrantinnen in Schwieberdingen leben und durch Mund-zu-Mund-Propaganda von dem Sprachangebot erfahren haben. So besuchen seit vergangener Woche auch eine Rumänin, eine Kroatin und eine Türkin den Unterricht.

Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, betreuen mehrere Mitstreiter des FKA den Kurs. Vergangene Woche diktiert Heinz Habrunner, der spontan für Konrad Raid eingesprungen ist, den Migranten einfache deutsche Sätze, während Hanna Bladt die Flüchtlinge ihrer Kleingruppe einzelne Buchstaben schreiben lässt. Für Aufheiterung zwischendurch sorgt die beliebte Bewegungspause. Klatschend werden die Kleinkinder, die die Frauen zum Kurs mitgebracht haben, begrüßt. „Hallo Shaho, schön, dass du da bist“, sagen die Lernenden gemeinsam. Anschließend wird im Stehen von eins bis 20 gezählt und dabei das linke Knie und der rechte Ellenbogen – sowie andersherum – zusammengeführt. „In Verbindung mit Bewegung lässt sich Sprache besser erlernen “, erläutert die ausgebildete Physiotherapeutin Hanna Bladt die Übung.

Wer Lust hat, den FKA beim Sprachunterricht zu unterstützen, ist herzlich willkommen – dazu telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an die evangelische Kirchengemeinde, die die Räume für den Kurs zur Verfügung stellt.

 

Flüchtlinge und Migranten lernen in Kleingruppen die deutsche Sprache. Während manche Kursbesucher schon ganze Sätze schreiben, üben andere Teilnehmer erst einmal Buchstabe für Buchstabe. Fotos: FKA

Sea-Eye: Vortrag in Tamm

Foto: Sea-Eye

Das DRK Tamm lädt am 30. Januar um 19.30 Uhr zu einem Vortrag über die Hilfsorganisation Sea-Eye ein. Zu Gast ist Daniel Haas, der im August zwei Wochen auf dem Schiff der Hilfsorganisation im Mittelmeer unterwegs war, um Flüchtlinge aus Libyen vor dem Ertrinken zu retten.

Haas hat sich berühren lassen vom Schicksal der Menschen, die sich in die Hände von Schlepperbanden begeben haben, aber mit ihrem Leben einen zu hohen Preis für eine bessere Existenz in Europa bezahlen müssten, würden sie nicht aus Seenot gerettet.

„Da werden Männer kurzerhand erschossen und viele Frauen bei Bedarf vergewaltigt“ (Daniel Haas)

Mögliche Asylbewerber sollen von der libyschen Küstenwache in das nordafrikanische Land zurückgebracht werden. Dort aber spielten sich, so Haas, schreckliche Szenen ab, wie er vor Ort gehört habe. „Die Regierung hat keine Kontrolle über die Lager: Da werden Männer kurzerhand erschossen, viele Frauen in einen engen Gemeinschaftsraum nur mit einer Plastiktüte als Toilette eingesperrt und bei Bedarf vergewaltigt – viele sagen: lieber sterbe ich auf dem Meer, als dass ich auch nur einen Tag zurückkehre.“ Was er erlebt hat und seine Eindrücke vor Ort wird er in Tamm berichten. Anschließend gibt es eine Diskussionsrunde.

Termin: Dienstag (30. Januar), 19.30 Uhr, DRK-Heim Tamm (Im Lehenfeld 25, Asperg – hinter VfB-Restaurant Tamm).

Über Sea-Eye: Sea-Eye startete im Herbst 2015, als eine kleine Gruppe um den Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer beschloss, dem Sterben der Flüchtenden im Mittelmeer nicht länger tatenlos zuzusehen. Die Initiative kaufte ein Schiff, einen alten Fischkutter, und rüstete ihn zum Zweck der Seenotrettung um. Das Schiff, inzwischen auf den Namen Sea-Eye getauft, ist seit April 2016 auf Beobachtungs- und Rettungsfahrt vor der Küste Libyens: Die einzige Aufgabe besteht darin, in Seenot Geratene und Ertrinkende zu retten, Hilfe herbei zu holen. (Quelle: http://www.sea-eye.org / Foto: Sea-Eye)

 

Jahresrückblick 2017

Hinter dem Freundeskreis Asyl Schwieberdingen liegt ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Die Erfahrung, dass die Mühlen sprichwörtlich langsam mahlen, mussten wir, die Ehrenamtlichen, immer wieder machen. Gleichzeitig gab es Momente, die unsere Herzen erfreuten.

Zu den schönsten Momenten gehörte die Rückkehr eines aus dem Irak geflohenen Mannes, der 2016 von Schwieberdingen nach Möglingen umziehen musste und dort sehr unglücklich wurde. Mittlerweile lebt er wieder in unserem Ort, wo er in einer kleinen Privatwohnung ein neues Zuhause und mittlerweile auch eine Vollzeitarbeitsstelle gefunden hat. Zu den traurigen Momenten zählten zweifelsfrei der Verlust unseres Mitstreiters Klaus Langnau und der des Flüchtlings Khaldoun Alshawa. Beide Verstorbenen hinterließen eine große Lücke.

Auch Rückschläge galt es zu bewältigen. Wir als Paten schlugen uns ob der bürokratischen Hindernisse mit der flachen Hand gegen die Stirn, Flüchtlinge mussten in Unwissenheit ausharren, stets darauf wartend, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder nicht und Patenschaften wurden aufgegeben, weil Geflüchtete nicht in dem Maße mitzogen wie erhofft.

Doch es überwogen die schönen Seiten – das steht außer Frage. Wir erlebten, wie engagierte Flüchtlinge Tag für Tag besser Deutsch lernten, wir wurden zum Essen eingeladen und wir sahen, wie die Geflohenen mit hier lebenden Deutschen Freundschaften schlossen.

Für zusätzlichen Wohnraum sorgte die Fertigstellung der neuen Unterkunft im Lüssenweg. „Ihr Bezug hat sehr zur Entspannung der Wohnsituation der Geflüchteten geführt“, sagt Annette Olbricht, die Leiterin des Freundeskreises. Allerdings hat die Lage auch ihre Schattenseite: „Als Nachteil erleben die Geflüchteten und wir, dass es sich um eine Art Enklave handelt ohne deutschsprachige Nachbarn“, erklärt sie.

Für 2018 hoffen wir, an unsere bislang erzielten Erfolge anknüpfen zu können. Auf Jobebene zeigt sich, dass persönliche Kontakte oft entscheidender sind als die Vermittlung durch das Jobcenter. Wenn Sie in Ihrer Firma eine freie Stelle haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Ein Begegnungsraum bleibt ganz oben auf unserer Wunschliste

Der Wunsch nach einem Begegnungsraum, also einer Art Treffpunkt, bleibt auf unserer Wunschliste ganz oben. Für Kinder suchen wir Sprachpaten, die mit ihnen lesen und sprechen. Und überhaupt hoffen wir, dass neue Freiwillige zu uns stoßen. „Nach dem Abklingen der Willkommenskultur und der politischen Diskussion über die Begrenzung des Familiennachzuges ist es in der Flüchtlingsarbeit ruhiger geworden“,  sagt unser Flüchtlingsbegleiter Peter Schlichting.

Doch die Hilfen werden nach wie vor benötigt. Wenn Sie uns unterstützen möchten, scheuen Sie sich nicht. Sprechen Sie uns an. Auf ein erfolgreiches Jahr 2018!

 

Nikolaus lässt Kinderaugen strahlen

Es gibt Dinge, die sind von Kultur zu Kultur gleich. Zum Beispiel, dass Kinder sich freuen, wenn sie mit einem kleinen Geschenk überrascht werden. Da wundert es nicht, dass der Besuch des Nikolauses am 6. Dezember für mächtig Wirbel in den Unterkünften der zu uns Geflohenen sorgte. Gespannt warteten Kinder an den Fenstern, lauschten, ob ein Auto vorbeifuhr und fragten ihre Eltern, wann der Mann im roten Mantel denn endlich komme. Viele Flüchtlingskinder kannten die beliebte Nikolaus-Tradition bereits aus den vergangenen Jahren, andere hatten davon im Schulunterricht oder im Kindergarten gehört.

Als es dann so weit war, war die Freude groß. Der Nikolaus – unter dessen Mantel sich Rainer Stöffges versteckte – kam mit seinem Gefolge und verteilte kleine Präsente an die Kinder in der Stiegelstraße, im Scheerwiesenweg, im Felsenbergweg und im Lüssenweg. „Da die Vorarbeiten durch die Heinzelmännchen so hervorragend waren, bekam jedes Kind ein passendes Geschenk. Und auch die Eltern der Kinder haben sich sehr gefreut“, erzählen die Männer von ihrer vorweihnachtlichen Mission. Insgesamt wurden 68 Paar Kinderaugen zum Strahlen gebracht. Und manch ein Kind freut sich schon jetzt auf den 6. Dezember 2018.

Noch mehr Eindrücke vom Nikolausbesuch gibt es hier:

 

 

Neue Strukturen beim FKA

Der Freundeskreis Asyl Schwieberdingen hat seine Struktur den veränderten Gegebenheiten und Bedürfnissen angepasst. Bislang gab es die Arbeitskreise (AK) Paten, Sprache, Verfahrenshilfe, Freizeit/Veranstaltungen und das Leitungsteam. Nun sind wir in die Bereiche Begleitung, Sprache, Verfahrenshilfe, Technik und Leitungsteam unterteilt.  An unserem Ziel ändert sich damit nichts: Wir sehen unsere Aufgabe weiterhin darin, den zu uns Geflohenen zu helfen, sich in unserer Gemeinde zurechtzufinden und ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen.

Der Alltag hat jedoch gezeigt, dass unsere bisherige Aufteilung nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten entsprach. Das liegt zum einen an den Bedürfnissen der geflohenen Menschen: Anders als am Anfang, als der Großteil in den Gemeinschaftsunterkünften lebte, gibt es nun immer mehr Personen und Familien, die in eine privat vermietete Wohnung umziehen. Da braucht es Umzugshelfer und Freiwillige, die mit ihren Autos und Anhänger Kleidungskisten und Co. transportieren. Zum anderen liegen die veränderten Gegebenheiten an unseren Freiwilligen selbst: Während sich zuletzt die meisten Ehrenamtlichen in den Arbeitskreisen Sprache und Paten engagierten, wurde der AK Freizeit und Veranstaltungen zunehmend kleiner.

Mit den neuen Strukturen wollen wir unsere Hilfe noch effektiver gestalten. Beliebte Veranstaltungen wie das Café International und die Themenabenden bleiben von diesen Veränderungen unberührt. Sie finden weiterhin statt und werden zukünftig direkt vom Leitungsteam organisiert.
Wer Lust hat, uns zu unterstützen, kann gerne jederzeit, auch für kurzzeitige Einsätze, dazukommen. Jede Hilfe ist willkommen. Jeder Kuchen fürs Café International und jede Sachspende hilft uns, die zu uns Geflohenen an unserem Gemeindeleben teilhaben zu lassen und ihnen das Ankommen in der Fremde zu erleichtern.

Weitere Infos zu unserer Arbeit finden Sie in der Rubrik „Über uns“.

Struktur_2017 Oktober

Appell an die Politiker

Die jüngste Bundestagswahl hat bei vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern Sorgenfalten hinterlassen. Das starke Abschneiden der AfD ist beunruhigend – und das umso mehr, da sich viele Politiker deren Wählern nun zuwenden, um sie für die „alten Parteien“ zurückzugewinnen. Das Ergebnis ist eine Politik, die weiter nach rechts rutscht.

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg hat darauf reagiert. Er hat ein Schreiben aufgesetzt, mit dem er sich an die Teilnehmer der Sondierungsgespräche und die Mitglieder der zukünftigen Regierung wendet. Darin wird eine Rückkehr zu einem Deutschland gefordert, das Integration fördert, sowie die Rückkehr zu politischen Entscheidungen, die sich nicht an den lautesten populistischen Forderungen orientieren, sondern an Fakten.

Konkret wird unter anderem gefordert: das Ende der Arbeitsverbote, Sprach- und Integrationskurse für alle, ein Förderprogramm für bezahlbaren Wohnraum, die Fluchtursachen zu bekämpfen und Recht auf Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte. Zum Verständnis: Subsidiär schutzberechtigt sind Menschen, die stichhaltige Gründe dafür vorbringen, dass ihnen in ihrem Herkunftsland ein ernsthafter Schaden droht und sie den Schutz ihres Herkunftslands nicht in Anspruch nehmen können oder wegen der Bedrohung nicht in Anspruch nehmen wollen. Zudem wollen die ehrenamtlichen Helfer politisch gehört werden. Wortwörtlich heißt es: „Wir fordern Sie auf, nicht zu vergessen, wie viele Menschen sich für Flüchtlinge engagieren. Denken Sie nicht, dass uns nicht auffällt, wenn Sie das eine reden und das andere tun.“

Hier geht es zum offenen Brief des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg.

Unsere Ansprechpartnerin geht

Beim Freundeskreis Asyl galt es vor wenigen Wochen, Abschied zu nehmen. Ende September hat Mira Burmeister-Rudolph, die Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde, ihre Tätigkeit in Schwieberdingen beendet, um eine Arbeitsstelle in Norddeutschland anzunehmen. Mira Burmeister-Rudolph war sowohl für die Geflüchteten in der Anschlussunterbringung als auch für uns vom Freundeskreis Asyl die erste Anlaufstelle und persönliche Ansprechpartnerin für viele Fragen und Themen. Musste sie sich anfangs zunächst in der neu geschaffenen Stelle zurechtfinden, einen Überblick über die örtlichen und regionalen Gegebenheiten gewinnen, wurde sie bald zu einer Person, die zur Vernetzung der Beteiligten in der Flüchtlingsarbeit beitrug. Es war ihr ein besonderes Anliegen, den Kindern der geflüchteten Familien über den Schulalltag hinaus weiterführende Angebote zu vermitteln. Eine gelungene Kooperation ergab sich bei der Vorbereitung und Durchführung des Tags der offenen Tür im Lüssenweg und der Vortragsreihe zu Fluchtursachen im Frühjahr. Die ersten Exemplare des lange geplanten „Wegweiser für neu Zugewanderte“ konnte sie im Sommer noch persönlich verteilen.

Wir ehrenamtliche Helfer haben Mira Burmeister-Rudolph als sehr zielstrebige Person kennen und schätzen gelernt. Wir konnten uns sowohl mit formellen Fragen an sie wenden als auch mit persönlichen Anliegen der Flüchtlinge. Damit war sie uns nicht nur eine gute Ansprechpartnerin, sondern auch eine große Hilfe. Wir wünschen ihr alles Gute für ihre neue Aufgabe!

Wir hoffen, dass die derzeit vakante Stelle bald besetzt sein wird, sodass Geflüchtete und Mitglieder des Freundeskreises wieder einen Ansprechpartner haben. Solange die Stelle unbesetzt ist, fällt viel Mehrarbeit beim Freundeskreis an. Wir haben aber vollstes Vertrauen in die Gemeinde, dass es bald einen Nachfolger geben wird.

Freizeitspaß im Norschwarzwald

Viele Kinder der Schwieberdinger Flüchtlingsfamilien haben während der Sommerferien am hiesigen Sommerferienprogramm teilgenommen. Anders machte es der 16-jährige Mohamad Nour Rasho. Er verbrachte eine Woche im Nordschwarzwald.

Und so kam es dazu: Als Mira Burmeister-Rudolph, die bislang für die Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung zuständige Ansprechpartnerin im Ordnungsamt der Gemeinde Schwieberdingen, den Syrer besuchte, klagte dieser über die Langeweile in den Schulferien.

Sie hatte eine Idee und meldete ihn zum Programm „Freestyle“ in Kapf bei Egenhausen im Nordschwarzwald vom 15. bis 22. August an. Träger des Freizeitheims Kapf ist das Evangelische Jugendwerk in Württemberg, das mit dem Auto in einer Stunde zu erreichen ist. Allerdings nicht für die Teilnehmer der aktionsreichen Woche. Diese mussten mit öffentlichen Verkehrsmitteln selbstständig anreisen. Burmeister-Rudolph besorgte die Fahrkarten und kümmerte sich um die Rückerstattung der Teilnahmegebühr von 60 Euro durch das Jobcenter. Aber ein Problem war noch zu überwinden: Mohamad Nour hatte noch keine Versicherungskarte von der AOK per Post erhalten. Daher musste er am Abreisetag nochmals zur AOK, um eine Mitgliedsbescheinigung abzuholen, mit der er dann im Landratsamt einen Behandlungsschein erhielt.

Nun war alles startklar, der Rucksack gepackt. Die fast dreistündige Fahrt konnte losgehen. Das Gepäck wurde in Egenhausen abgenommen und weiter ging es zu Fuß (1,7 Kilometer) zum Freizeitheim.

Dort waren nach Schätzung von Mohamad Nour circa 50 Jugendliche, überwiegend Deutsche, nur vier Syrer, mit denen sie eine Woche gemeinsam verbrachten. Es begann mit einem Workshop, in dem die Aktivitäten der Woche besprochen wurden.

Ein gemeinsamer Spaziergang ohne Schuhe über zwei Stunden führte über matschige und steinige Wege und diente der Abhärtung. Leider gibt es nur Videoaufnahmen davon, keine Fotos. Das war ein toller Spaß. Ebenso die Wasserrutsche. Dann wurde Basketball, Fußball und Handball gespielt. An der Kletterwand konnten sich die Mutigen erproben.
Ein gemeinsamer Spaziergang ohne Schuhe über zwei Stunden führte über matschige und steinige Wege und diente der Abhärtung. Leider gibt es nur Videoaufnahmen davon, keine Fotos. Das war ein toller Spaß. Ebenso die Wasserrutsche. Dann wurde Basketball, Fußball und Handball gespielt. An der Kletterwand konnten sich die Mutigen erproben.
Das Hüpfen auf dem Trampolin macht Mohamad Nour besonders viel Spaß. Neu für ihn war auch das Bogenschießen. Und natürlich wurde auch viel UNO gespielt.
Das Hüpfen auf dem Trampolin macht Mohamad Nour besonders viel Spaß. Neu für ihn war auch das Bogenschießen. Und natürlich wurde auch viel UNO gespielt.

Es war eine ausgefüllte Woche mit vielen Gemeinsamkeiten in der Gruppe. Frau Burmeister-Rudolph sei nochmals für Ihre Unterstützung zur Vermittlung dieser schönen Ferienwoche gedankt. Schön, dass solche Erlebnisse für Familien mit kleinem Geldbeutel über das Teilhabepaket finanziert werden. (ps)