Freizeitspaß im Norschwarzwald

Viele Kinder der Schwieberdinger Flüchtlingsfamilien haben während der Sommerferien am hiesigen Sommerferienprogramm teilgenommen. Anders machte es der 16-jährige Mohamad Nour Rasho. Er verbrachte eine Woche im Nordschwarzwald.

Und so kam es dazu: Als Mira Burmeister-Rudolph, die bislang für die Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung zuständige Ansprechpartnerin im Ordnungsamt der Gemeinde Schwieberdingen, den Syrer besuchte, klagte dieser über die Langeweile in den Schulferien.

Sie hatte eine Idee und meldete ihn zum Programm „Freestyle“ in Kapf bei Egenhausen im Nordschwarzwald vom 15. bis 22. August an. Träger des Freizeitheims Kapf ist das Evangelische Jugendwerk in Württemberg, das mit dem Auto in einer Stunde zu erreichen ist. Allerdings nicht für die Teilnehmer der aktionsreichen Woche. Diese mussten mit öffentlichen Verkehrsmitteln selbstständig anreisen. Burmeister-Rudolph besorgte die Fahrkarten und kümmerte sich um die Rückerstattung der Teilnahmegebühr von 60 Euro durch das Jobcenter. Aber ein Problem war noch zu überwinden: Mohamad Nour hatte noch keine Versicherungskarte von der AOK per Post erhalten. Daher musste er am Abreisetag nochmals zur AOK, um eine Mitgliedsbescheinigung abzuholen, mit der er dann im Landratsamt einen Behandlungsschein erhielt.

Nun war alles startklar, der Rucksack gepackt. Die fast dreistündige Fahrt konnte losgehen. Das Gepäck wurde in Egenhausen abgenommen und weiter ging es zu Fuß (1,7 Kilometer) zum Freizeitheim.

Dort waren nach Schätzung von Mohamad Nour circa 50 Jugendliche, überwiegend Deutsche, nur vier Syrer, mit denen sie eine Woche gemeinsam verbrachten. Es begann mit einem Workshop, in dem die Aktivitäten der Woche besprochen wurden.

Ein gemeinsamer Spaziergang ohne Schuhe über zwei Stunden führte über matschige und steinige Wege und diente der Abhärtung. Leider gibt es nur Videoaufnahmen davon, keine Fotos. Das war ein toller Spaß. Ebenso die Wasserrutsche. Dann wurde Basketball, Fußball und Handball gespielt. An der Kletterwand konnten sich die Mutigen erproben.
Ein gemeinsamer Spaziergang ohne Schuhe über zwei Stunden führte über matschige und steinige Wege und diente der Abhärtung. Leider gibt es nur Videoaufnahmen davon, keine Fotos. Das war ein toller Spaß. Ebenso die Wasserrutsche. Dann wurde Basketball, Fußball und Handball gespielt. An der Kletterwand konnten sich die Mutigen erproben.
Das Hüpfen auf dem Trampolin macht Mohamad Nour besonders viel Spaß. Neu für ihn war auch das Bogenschießen. Und natürlich wurde auch viel UNO gespielt.
Das Hüpfen auf dem Trampolin macht Mohamad Nour besonders viel Spaß. Neu für ihn war auch das Bogenschießen. Und natürlich wurde auch viel UNO gespielt.

Es war eine ausgefüllte Woche mit vielen Gemeinsamkeiten in der Gruppe. Frau Burmeister-Rudolph sei nochmals für Ihre Unterstützung zur Vermittlung dieser schönen Ferienwoche gedankt. Schön, dass solche Erlebnisse für Familien mit kleinem Geldbeutel über das Teilhabepaket finanziert werden. (ps)

Wieder ein Dankeschön-Essen

Malve Molokhia mit Reis, Hähnchen und Paprika. Foto: Schlichting

Gastfreundschaft wird bei vielen der zu uns geflohenen Menschen großgeschrieben. Und so werden die Paten des Freundeskreises Asyl immer wieder zum Essen eingeladen. So auch unser Helfer Peter Schlichting. Da er seinem „Schützling“ Abdulhanan unter anderem dabei geholfen hat, ein VVS-Abo abzuschließen, bekam er vor Kurzem zum Dank ein arabisches Mittagessen. Es gab Malve Molokhia, ein getrocknetes Kraut, das Abdulhanan gekocht und mit Reis und Hähnchen serviert hat. „Dazu wurden rohe, lange, grüne Paprika gereicht. Es schmeckte wunderbar“, schwärmt Schlichting.

Auch Süßes wird gerne gereicht. Eine unserer Patinen hat neulich einen leckeren Kuchen als Dank für ihre Unterstützung bekommen. Eindrücke davon gibt es in dieser kleinen Bildergalerie:

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Leckeres Essen als Dank

Essen aus anderen Kulturen. Foto: Schlichting
Die Arbeit mit Flüchtlingen ist ein Geben und Nehmen. Erst neulich ist unser Pate Peter Schlichtling zu einem großzügigen Mittagessen eingeladen worden. Unter anderem gab es „Jabrak“ – Reis in Weinblättern mit Rindfleisch. Die Mutter seines Schützlings Mahmoud Al-Absiaboutaj hatte gekocht. „Sie ist eine großartige Köchin“, schwärmt Peter Schlichting. Wenige Tage später fuhr er den Jungen und seine Eltern zum Hausarzt. So haben beide etwas von der Patenschaft. (pes/cr)
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Spiele-Treff jetzt jeden Montagabend!

Freizeit-Forum und Freundeskreis Asyl laden jeden Montag von 18 bis 20 Uhr zum Spiele-Treff. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Schauen, mitmachen, sich überraschen lassen: Der Freundeskreis Asyl und das Freizeit-Forum haben Anfang Juli einen Spiele-Treff für alle Mitbürger veranstaltet. Ab sofort laden wir jeden Montag zum Spiele-Treff ein, damit Kinder und Erwachsene auch in der schulfreien Zeit zusammen kommen. Die gesamte Bevölkerung ist willkommen, wenn sich immer von 18 bis 20 Uhr die Türen im Freizeitforum zum gemeinsamen Spiele-Treff öffnen. Die Räumlichkeiten befinden sich in der Bahnhofstraße 23, direkt neben der dortigen Eisdiele. Kinder ab neun Jahren sind ebenfalls willkommen. Spiele sind vorhanden. Wer möchte, kann gerne auch eigene mitbringen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Schauen Sie am Montag doch einfach vorbei.

. (cr/Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Spieletreff

„Amal“ bewegt die Filmgäste

Knapp 70 Besucher kommen in die Bruckmühle, um den Film "Amal" zu sehen. Foto: cr

Es war ein Abend, der berührte, der zum Nachdenken anregte und Einblicke in das Leben einer Flüchtlingsfamilie gab, wie sie wohl wenige Deutsche zu sehen bekommen: Vor wenigen Tagen wurde in der Bruckmühle in Schwieberdingen der Film „Amal“ gezeigt, eine Dokumentation über eine syrische Flüchtlingsfamilie. Die katholische Kirchengemeinde St. Petrus und Paulus hat zusammen mit dem Freundeskreis Asyl, der Gemeinde Schwieberdingen und der katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Ludwigsburg zu der Veranstaltung geladen. Die Resonanz war größer als erwartet: Fast 70 Personen kamen, darunter etliche Geflüchtete.

Die junge Filmemacherin Caroline Reucker hat für „Amal“ eine Flüchtlingsfamilie sechs Monate lang begleitet. Sie war dabei, als zwei der Kinder das Fahrradfahren neu lernten, sie war dabei, als die Kinder an einen See gingen und dort Enten fütterten und sie war dabei, als die jungen Asylsuchenden einen Rummel besuchten und sich beim Boxautofahren amüsierten. Vor allem war sie aber auch dann dabei, wenn die Geflohenen unter sich waren. Sie hielt Szenen mit der Kamera fest, die selbst Flüchtlingshelfer kaum bis gar nicht miterleben. Vertraute Gespräche zwischen Mutter und Tochter, in der beide ihre Sehnsüchte aussprechen: Die Mutter erzählt, wie sie die simplen Dinge des Alltags vermisst. Sie erwähnt den Innenhof ihres Hauses, den sie in Syrien so gerne mit dem Schlauch abgespritzt hat und lässt durchblicken, wie sehr sie sich nach ihrer Heimat sehnt und darauf hofft, eines Tages zurückkehren zu können. „Ja, niemand würde gerne sein Land verlassen.“ Es ist dieser Satz der Mutter, der so vieles ausdrückt.

Ganz anders ihre Töchter: Sie sind es, die das neue Leben in Deutschland annehmen und auch einfordern. Sie sehen in Deutschland ihre Zukunft, wollen hier ankommen. Und sie sagen das auch in aller Deutlichkeit. Regisseurin Caroline Reucker, die die Aufnahmen untertiteln ließ, hat die Familie einfach sprechen lassen. Sie hat die Kamera drauf gehalten und still beobachtet. Oder wie sie es selbst nennt: Sie hat blindgefilmt.

Die Ehrlichkeit des Films war es dann auch, die die Besucher bewegte. „Man hat viele alltägliche Einblicke erhalten. Man sieht, wie schwierig es ist, in ein neues Land einzusteigen“, sagte eine Frau in der anschließenden Gesprächsrunde. Hannemarie Schuler von der katholischen Kirchengemeinde brachte es schließlich auf den Punkt: „Es war ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.“ Nicht nur wegen des Films, sondern auch, weil einige Flüchtlinge unter den Besuchern von ihren Sorgen und Ängsten erzählten. „Ich habe meine Familie seit fünf Jahren nicht gesehen. Meine Frau, meine Kinder – es ist mir schwer gefallen, diesen Film zu sehen“, sagte ein Asylsuchender auf Deutsch.

Die Veranstaltung wurde von Jörg Maihoff, Bildungsreferent der katholischen Erwachsenenbildung, moderiert. Sami Alrjoula übersetzte zwischen den deutsch- und arabischsprechenden Besuchern. Beiden – und natürlich auch der Regisseurin und den fleißigen Jugendlichen von der Cocktailbar – ein herzliches Dankeschön für einen bewegenden und tiefgründigen Abend, der vor allem aber eins machte: Hoffnung. Nichts anderes bedeutet Amal. (cr)

Weitere Infos zum Film gibt es auf der Homepage der Regisseurin.