Unterstützen Sie den Freundeskreis

Viele Asylsuchende haben bereits einen Ansprechpartner, doch es gibt noch immer zahlreiche Geflohene, die keinen Paten haben. Für diese suchen wir neue Mitstreiter. Ob jung oder alt, berufstätig oder Rentner – wir freuen uns über Ihr Engagement. Der Zeitaufwand hängt im Wesentlichen von den eigenen Möglichkeiten ab. Schon mit einer Stunde in der Woche kann man helfen. Natürlich darf man sich auch mehr einbringen – muss man jedoch nicht.

Gerne können Sie auch in unseren anderen Arbeitskreisen mitanpacken – oder zunächst schnuppern. Wir freuen uns immer über Personen, die Lust haben, sich am Sprachunterricht zu beteiligen, den Flüchtlingen bei der Jobsuche helfen oder die beim Café International mithelfen wollen.

Haben Sie Lust, uns zu unterstützen? Dann nehmen Sie doch unverbindlich mit uns Kontakt auf. Oder kommen Sie einfach zu unseren Sprechzeiten ins evangelische Gemeindehaus in der Gartenstraße. (cr / Grafik: wortwolken.com)

Erster Spiele-Treff für alle am 3. Juli

Schauen, mitmachen, sich überraschen lassen: Der Freundeskreis Asyl und das Freizeit-Forum laden zum ersten Spiele-Treff für alle Mitbürger ein. Die gesamte Bevölkerung ist willkommen, wenn sich am Montag (3. Juli) von 18 bis 20 Uhr die Türen im Freizeitforum zum gemeinsamen Spiele-Treff öffnen. Die Räumlichkeiten befinden sich in der Bahnhofstraße 23, direkt neben der dortigen Eisdiele. Kinder ab neun Jahren sind ebenfalls willkommen. Spiele sind vorhanden. Wer möchte, kann gerne auch eigene mitbringen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Café International: Tolle Vorführung und gute Gespräche

Viele neue und auch bekannte Gesichter hat es Anfang Mai in die Bruckmühle zum Café International gelockt. Zwar füllte sich der Raum zunächst nur zögerlich, doch schließlich waren die Tische gut belegt. Es kamen viele Kinder, die das Angebot der Spielecke reichlich nutzten.

Nachdem sich alle von der gut gefüllten Kuchen- und Snacktheke bedient hatten, folgte der Auftritt  der Vorbereitungsklasse mit ihrem Lehrer Frigurt Bullack. Die Kinder sangen mit großer Begeisterung deutsche Lieder. Es wurden Handys gezückt und Videos gemacht. So eine tolle Vorführung muss natürlich verewigt werden!

Natürlich gab es auch reichlich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Vielen Dank allen Helfern und Spendern. Wie bei allen solchen Veranstaltungen geht es nicht ohne Euch. Wir freuen uns schon auf das nächste Café International! (use)

 

 

Ein Festessen im Scheerwiesenweg

Am 24. März hatte Natalja Kusmin zusammen mit den Flüchtlingen in der Gemeinschaftsunterkunft im Scheerwiesenweg eine Aufräumaktion organisiert. Die Sozialarbeiterin ist beim Landratsamt Ludwigsburg tätig und steht zweimal wöchentlich während ihrer Sprechstunden in Schwieberdingen den Flüchtlingen zur Verfügung.

Die hohe Präsenz der Bewohnerinnen trug zum Umsetzen der Pläne bei – endlich eine aufgeräumte Gartenanlage! Tatkräftig aufgeräumt haben übrigens nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder.

Im Anschluss wollten die Flüchtlinge miteinander essen und hatten hierzu die Ehrenamtlichen vom Freundeskreis Asyl eingeladen.

Am Tisch kommen Personen aus sieben Nationen zusammen

An langen Tischen kamen mehr als 20 Personen, Familien mit den Kindern und Männer aus sieben Nationen zusammen, aus Georgien, dem Irak, Iran, Libanon, Syrien, Afghanistan und Russland.

Es war überwältigend, was die Familien an sehr unterschiedlichen landestypischen, nicht-strikt-halalen Speisen aufgetischt hatten – und mengenmäßig einfach nicht zu schaffen. Und immer wieder brachte Maka Goglichidze aus Georgien neue Portionen von Hachapuri – ein Hefeteig mit Käsefüllung – auf den Tisch.

Die Verständigung funktionierte auf Russisch, Englisch und Deutsch. In einer kurzen Ansprache brachte es ein Flüchtling auf den Punkt: „Hier sitzen Muslime und Christen beim gemeinsamen Essen friedlich an einem Tisch. So sollte es immer sein!“

Als dann Reinhard Steidl von der Weltenkueche.de mit seiner Gitarre hinzu kam und zusammen mit seiner Frau deutsche und internationale Lieder spielten und sangen, war die Stimmung perfekt. Ein unvergesslicher Nachmittag. (pes)

Vortrag über Syrien

„Syrien – ein Land zwischen den Fronten“: Unter diesem Titel fand der zweite Teil unserer Vortragsreihe statt. Julia Musial von der Landeszentrale für politische Bildung (lpb) Baden-Württemberg kam dazu am 14. März mit einer Powerpoint-Präsentation in den Mehrzwecksaal des Rathauses in Schwieberdingen. 30 interessierte Bürger folgten den Ausführungen mit großem Interesse.

KW 12 Vortrag Syrien 1
Referentin Julia Musial.

Über das tägliche Leid der Bewohner Syriens durch den Krieg werden wir fast täglich über die Medien informiert. Erwähnt seien nur der Themenabend „Syrien –Sechs Jahre Krieg“ in Arte am 7. März sowie die fünf Filme über Syrien hintereinander und die Wiederholung des Films „Homs – Ein zerstörter Traum“ im WDR am 15. März. Aber über die Hintergründe erfährt man sehr wenig.

KW 12 Vortrag Syrien 3
Auch zum zweiten Vortrag kamen viele Zuhörer.

Umso lehrreicher waren die Schilderungen von Julia Musial. Sie berichtete unter anderem über folgende Aspekte:

  1. Der syrische Staat: Im Sykes-Picot-Abkommen (1916) zwischen England und Frankreich wurden die Grenzen Syriens festgelegt. Es folgte die Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1946, die Gründung der Vereinigten Arabischen Republik (1958 bis 1961), die Übernahme der Regierung der Arabischen Republik Syriens durch die Baath-Partei Syriens (1963), der Präsidenten Hafis al-Assad (1970) und die Machtübernahme durch Baschar al-Assad im Jahr 2000.
  1. Die syrische Gesellschaft: 2010 zählte Syrien 20,5 Millionen Einwohnen. 70 Prozent sind Sunniten, 14 Prozent Schiiten und 13 Prozent Christen. Der Shia-Sunna-Konflikt führte im 7. Jahrhundert zur Spaltung des Islams und dem Streit über die Nachfolge. Während die Sunniten, die auch in Saudi Arabien und Ägypten die Mehrheit bilden, keine Einheitsauslegung des Islams kennen, sehen die Schiiten Ayatollah im Iran den obersten Führer.
  1. Die Politik und Herrschaft unter Assad führte zur Ideologie des Baathismus, einem säkularen System (Trennung zwischen Religion und Staat) mit autoritären Strukturen. Die konfessionellen Spannungen wurden ausgenutzt und an Minderheiten Privilegien vergeben.
  1. Wirtschaftliche Situation: Die großen Branchen wurden verstaatlicht und es herrscht eine sehr große Arbeitslosigkeit in der gesamten arabischen Welt: 40 Prozent in Syrien, 47 Prozent in Jordanien und 59 Prozent in Ägypten. Insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit vermittelt kaum eine Perspektive für die Zukunft.
  1. Die Anfänge des Konflikts: Diese begannen am 15. März 2011 mit dem „Arabischen Frühling“ in Tunesien, später auch in Kairo. Am 18. März 2011 schoss das Militär erstmals auf Demonstranten. Ab Juli wurden Rücktrittsforderungen an die Regierungen laut oppositionelle Splittergruppen gebildet. Im Februar 2012 trat in Syrien eine neue Verfassung in Kraft. Im Sommer folgte der erste Einsatz der Luftwaffe gegen die Rebellen. Im Herbst meldeten die Aufständischen erste Gebietsgewinne. Im April 2013 schlossen sich die Kämpfer der Al-Nusra-Front und die ISI (Islamischer Staat im Irak) zusammen zur ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien). Am 21. August 2013 erfolgte der erste Giftgaseinsatz. Es kam zur Radikalisierung, auch gegen die bewaffneten Gruppen aus dem Irak (IS). Anfang 2016 eroberten die regierungstreue Truppen mit Deckung der russischen Luftangriffe Gebiete nördlich von Aleppo. Die Kämpfe um Ar-Raqqag und Mossul dauern an.
    Seit Beginn des Krieges wurden über 400.000 Menschen in Syrien getötet und 4,9 Millionen Menschen haben seit 2011 das Land verlassen.

Der Vortrag hat den Zuhörern viele interessante und wissenswerte Einblicke gegeben.

(Text & Bilder: Peter Schlichting)

 

Lüssenweg: Tag der offenen Tür

Viele haben das Gebäude schon von außen gesehen, nun gab es Gelegenheit, den Komplex auch von innen anzuschauen: Am 17. Februar hat die Gemeinde Schwieberdingen zum Tag der offenen Tür in die neue Flüchtlingsunterkunft im Lüssenweg 3 eingeladen. Zahlreiche Vertreter vom Freundeskreis Asyl waren mit dabei – und natürlich auch einige Flüchtlinge selbst. Auf Infotafeln konnten die Besucher sehen, was wir in den zurückliegenden Monaten geleistet haben. Fotos gaben den Neugierigen Einblicke in unseren Alltag als Paten und Flüchtlingshelfer.

Und natürlich gab es auch einen regen Austausch: Wir kamen mit einigen Besuchern ins Gespräch und konnten so von unserer Arbeit berichten.

Für die Flüchtlinge selbst hatte der Tag gleich eine doppelte Bedeutung. Zum einen konnten sie sich den interessierten Besuchern vorstellen, zum anderen hatten sie Gelegenheit, in die neuen Räumlichkeiten zu spicken. Vielleicht wird der ein oder andere neue Mitbürger hier schon bald wohnen.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern, die die Gelegenheit genutzt haben, uns und die hier lebenden Flüchtlinge näher kennenzulernen

Vortrag über Afghanistan

Im Rahmen der Vortragsreihe zu Fluchtursachen und soziopolitischen Entwicklungen in Afghanistan und der arabischen Region fand der erste Vortrag am 20. Februar statt. Simone Rehm, Politik- und Islamwissenschaftlerin, die verschiedene Arabisch sprechende Länder bereist hat, präsentierte vor circa 30 Zuhörern tiefergehende Informationen über das Land Afghanistan und seine Geschichte in den vergangenen 200 Jahren mit Schwerpunkt auf den jüngsten Jahrzehnten.

Simone Rehm gab in ihrem Vortrag „Herkunftsland am Hindukusch“ einen Überblick über geschichtliche, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge, die die gegenwärtige Situation in dem kriegsgeschüttelten Land erklären helfen. Unter anderem wurde klar, dass die lokalen Machthaber schon immer eine bedeutende Rolle gespielt haben, was auch heute noch der Fall ist. Diese Besonderheit bewirkt einerseits, dass es in einzelnen Regionen relativ ruhig ist, verhindert aber andererseits, dass staatliche Regelungen landesweit umgesetzt werden.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie schwierig es ist, die vielschichtigen Zusammenhänge von unserer Warte aus zu verstehen oder einzuordnen. 2016 war Afghanistan, nach Syrien und dem Irak, das drittgrößte Herkunftsland von Geflüchteten in Deutschland

Unser Dankeschön geht an die Referentin für ihre fundierte Darstellung sowie an die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte unserer Gemeinde Schwieberdingen, Mira Burmeister-Rudolph, für ihre Vermittlung des Vortrags. Wir freuen uns auf die weiteren Vorträge!